Landesverband Bayern

der Schwerhörigen und Ertaubten e.V.

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Falsche Behauptung in Zusammenhang mit induktiven Höranlagen
 

Sehr geehrte Damen und Herren,

in letzter Zeit wurden wir sehr oft kontaktiert, um zu folgenden Sachverhalten Stellung zu beziehen:

  1. Firmen aus dem Bereich der Beschallungstechnik behaupten, dass induktive Höranlagen technisch überholt seien, da die hervorragenden Lautsprechersysteme welche heute am Markt sind, eine so gute Übertragungsqualität hätten, dass selbst Hörgeräteträger gut verstehen könnten. Eine induktive Höranlage sei deswegen überflüssig.
     
  2. Viele Hörgeräteakustiker behaupten, dass die T-Spule in Hörgeräten, welche den Empfang von induktiven Höranlagen ermöglicht, nicht mehr zeitgemäß, und daher schon bald in keinem Hörgerät mehr zu finden sei. Eine induktive Höranlage sei somit eine sinnlose Investition.

Beide Behauptungen sind absolut falsch und entbehren jeder Grundlage !

Zu Punkt 1. – Lautsprecher

Obwohl die Leistungsfähigkeit moderner Lautsprecher sehr gut ist, hat dies so gut wie keinen Einfluss auf das Verstehen mit Hörgeräten.

Eine wesentliche Funktion des Hörgerätes ist die so genannte Dynamik-Kompression. Da der Hörgeschädigte im Gegensatz zu einem „normal Hörenden“ nur noch einen sehr kleinen Dynamikbereich zwischen Hörschwelle (ab dieser Lautstärke kann ein Ton wahrgenommen werden) und Schmerzschwelle (ab dieser Lautstärke verursacht ein Ton Schmerzen) zur Verfügung hat, muss das von den Hörgeräten verstärkte Tonsignal extrem zusammengepresst, eben komprimiert, werden. Das aber hat zur Folge, dass jedes noch so kleine Störsignal (Raumhall, Nebengeräusche, Husten, Reden, Räuspern anderer Personen etc.) genau so laut im Ohr des Schwerhörigen ankommt wie das Nutzsignal (Sprache, Kino-Ton, Musik etc.).

Fazit: Selbst bei absolut silbenrein und glasklar klingender Lautsprecherübertragung ist für den Schwerhörigen eine induktive Höranlage unverzichtbar. Die Höranlage überträgt nämlich nur das Nutzsignal, Nebengeräusche und Raumhall sind ausgeblendet. Gute Lautsprecher sind nicht ausreichend.

Aussagen wie in Punkt 1. spiegeln also entweder das Unwissen über den Sachverhalt der entsprechenden Firmen wider, oder sie rechnen sich einen Wettbewerbsvorteil aus, da die Angebotssumme ohne induktive Höranlage natürlich niedriger ist.  Gerade letzteres wäre besonders verwerflich, da wirtschaftliche Interessen über den berechtigten Interessen von behinderten Menschen stünden.

Zu Punkt 2. – T-Spule in Hörgeräten

Genau das Gegenteil dieser Aussage (siehe Punkt 2.) ist der Fall: Der Einbau induktiver Höranlagen in öffentlichen Gebäuden ist in sehr vielen Ländern der Welt, wie z.B.  USA, Großbritannien, den Skandinavischen Ländern und vielen mehr, zwingend vorgeschrieben! Da der Hörgerätemarkt ein globaler Markt ist, sind T-Spulen in fast 90% aller Hörgeräte sowieso integriert. Durch die fortschreitende Miniaturisierung findet die T-Spule selbst in kleinsten Geräten Platz. Jeder Hörgeschädigte der ein Hörgerät mit T-Spule möchte, kann auch eines bekommen, meist ohne Aufpreis!

Die Übertragungsqualität moderner induktiver Höranlagen (Funktion nach EN 60118-4) hat quasi HiFi-Qualität, induktives Hören ist modern und zukunftssicher.

Fazit: Die T-Spule ist nach wie vor in den meisten Hörgeräten eingebaut. Der Hörgeräteakustiker muss diese Funktion oft nur frei schalten (Aufwand ca. 2 Minuten), was leider oft aus unerfindlichen Gründen nicht getan wird. Da aber immer mehr induktive Höranlagen in öffentliche und private Bereiche eingebaut werden, wird auch hier die Nachfrage stetig ansteigen.

 


Manfred Hartmann                                Thomas Jaggo
Landesvorsitzender                                Technikbeauftragter im LV-Bayern

 

Kontakt Technik-Beauftragter des Landesverbandes:

Herr
Thomas Jaggo
Griesbacherstr. 10

93053 Regensburg

Mobil/Handy: 0171-2600821

E-Mail

 

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