Aus
der "Mittelbayrischen Zeitung" vom 17./18.01.2004
Hörgeschädigte Schüler nicht ausgrenzen

Peter Lottner -
stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Bayern
Lehrer bekamen wichtige Informationen / Elterngruppe war aktiv
geworden
Dachelhofen (spr)
In einer Fortbildung machten sich Lehrer aller Schularten mit
der Problematik hörgeschädigter Kinder vertraut. Bettina Bronold
informierte über die Ziele. Das Schulamt hatte auf Anregung
ihrer "Elterngruppe hörgeschädigter Kinder Schwandorf und
Umgebung" dazu eingeladen.
Schulrat Josef Benker begrüßte die Vertreter der Schulen.
Bettina Bronold hat selbst zwei hörgeschädigte Kinder, die
heimatnah die Schule besuchen. Sie setzt sich dafür ein, dass
solche Kinder in der gewohnten Umgebung voll integriert werden.
Dass dies geht, legte Peter Lottner, stellvertretender
Vorsitzender des Landesverbandes des Schwerhörigen und Ertaubten
überzeugend dar. Lottner ist jetzt Lehrer in der
Erwachsenenbildung und weiß, wie wichtig es für das Kind ist,
dass es im Freundeskreis bleibt, dass man ihm Selbstvertrauen
gibt. Es sei aber auch wichtig, dass man die technischen Mittel
wie Hörgeräte nutzt und der Sitzplatz und die Akustik im
Klassenzimmer stimmt. Gelingen kann die Integration nur, wenn
das Umfeld mitmacht, die Eltern das Kind bestärken, die
Klassenlehrer kooperativ sind, die Schulleitung förderungswillig
ist.
Die Technik erläuterte Hörgeräteakustikermeister Thomas
Wittmann: "Die Entwicklung sei sehr weit fortgeschritten. In den
Schulen wäre die Verwendung von FM-Anlagen sinnvoll. Hier wird
die Sprache vom umhängenden Mikrofon auf das Hörgerät des Kindes
übertragen, wobei das Mikrofon des Hörgerätes eingeschaltet - um
die Umgebungslaute mit aufzunehmen - oder ausgeschaltet sein
kann. Bei hörgeschädigten Kindern in verschiedenen Räumen können
auch Geräte mit verschieden einstellbaren Frequenzen eingesetzt
werden. Die Geräte seien soweit entwickelt, dass auch drahtlose
Telefon- und Audioübertragung (TelCom) möglich ist.
Christine Prechtl vom Institut für Hörgeschädigte in Straubing
sprach über Hilfen, die der Mobile Dienst ihres Instituts
leistet. Zur Zeit werden durchs Institut 200 Kinder in Straubing
selbst, 109 an Volksschulen, 29 an Förderschulen und 45 Kinder
an weiterführenden Schulen betreut.